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02.07.2019

Perspektiven der Holzwirtschaft

T-Shirts aus Holz, kompostierbare Gartenbauseile, abbaubare Fischernetze, Schäume aus Lignin oder Verpackungsmaterial aus Pilzen – die Bioökonomie ist längst fester Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Es gibt unzählige Ansätze, weniger fossile und mehr nachwachsende Rohstoffe zur Herstellung von Produkten einzusetzen und so den Ressourcenverbrauch zu senken, das Klima besser zu schützen und die Umweltverschmutzung durch Plastik zu reduzieren.

Holz spielt dabei eine wichtige Rolle: Es wird von Verbrauchern und Herstellern als nachhaltig wahrgenommen und ist ausreichend vorhanden. Doch stimmt das wirklich? Unternehmer, die auf Holz als Rohstoff setzen, müssen sich mit dieser Frage beschäftigen, wenn sie langfristig mit einem holzbasierten Geschäftsmodell erfolgreich sein möchten. Denn Holz ist nicht einfach nur da und leicht verfügbar. Reste, die im Zuge der Verarbeitung anfallen, sind oftmals bereits in fest etablierte Wertschöpfungsketten eingebunden. Wie viel Holz wird in Deutschland erzeugt und verarbeitet? Wie viel und vor allem welche Sortimente werden im- und exportiert? Wie entwickeln sich die Preise, und welchen Einfluss haben Sommertrockenheit wie im Jahr 2018, Stürme und Käferbefall auf die Preisentwicklung? Welchen Umgang mit dem Wald wünscht sich die Gesellschaft?

Unternehmen, die Holz stofflich nutzen und Start-ups, deren Produktideen maßgeblich auf der Nutzung von Holz basieren, sind eingeladen das Informationsangebot des Thünen-Instituts unter www.thuenen.de zu nutzen. Die Mitarbeiter des Thünen-Instituts für Holzforschung entwickeln Konzepte, die auf eine kombinierte Mehrfachnutzung von Rohstoffen, Rest- und Nebenprodukten in Bioraffinerien abzielen. So sollen auch Nebenproduktströme effizient genutzt werden, um z.B. hochwertige Grundstoffe für die chemische Industrie zu erzeugen. Weiterhin werden alternative Produkte mit maßgeschneiderten Eigenschaften zur Ablösung petrostämmiger Produkte oder hochwertige Fasern mit zum Teil funktionalisierten Oberflächen entwickelt.

Das Thünen-Institut: Ansprechpartner für Bioökonomie

Im Thünen-Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie stellen die Mitarbeiter des Arbeitsbereichs Holzmärkte Informationen zu Aufkommen und Verwendung von Holz bereit. Unternehmer-Innen können sich genau über Entwicklungen auf dem Holzmarkt informieren und dies in der Planung und Umsetzung ihres Geschäftsmodells berücksichtigen. Das Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, trägt mit seiner Forschung dazu bei, natürliche Ressourcen zu sichern und nachhaltig zu nutzen. Die 14 Fachinstitute des Thünen-Instituts untersuchen Fragen zur gesamten Bandbreite agrarischer, forstlicher und fischereiwirtschaftlicher Rohstoffe.