medien.barometer 2017: Innovation in Berlin-Brandenburg

Datum 20. Juli 2017

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Die Mehrheit der Berlin-Brandenburger Medienunternehmen sind mit ihrem Geschäftsverlauf seit 2011 zufrieden, schätzen sich als innovativ ein und sehen technologische Veränderungen, branchenübergreifende Kooperationen und die Vielfalt der Mitarbeiter laut dem medien.barometer berlinbrandenburg 2017 als Voraussetzungen für Innovation an, während der Mangel an finanziellen Ressourcen das Haupt-Innovationshemmnis ist.

Zukunftsoptimismus, technologische Veränderungen, kreative Gestaltungsspielräume, zufriedene Medienunternehmen in der Hauptstadtregion: Das sind laut dem medien.barometer 2017 die Voraussetzungen für Innovationen. 65% der befragten Unternehmen schätzen sich derzeit als innovativ oder hochinnovativ ein, als wichtige Innovationstreiber werden Markt- und technologische Veränderungen genannt.

Hohe Zufriedenheit und Umsatzerwartungen der Unternehmen
Die Zufriedenheit der Medien- und IKT-Unternehmen der Hauptstadtregion – aus den Branchen Film, Fernsehen/Radio, Games/Software, Musik, Journalismus/Presse, IKT – ist weiterhin ungebrochen und im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen. 71% der Befragten sind zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Geschäftsverlauf ihres Unternehmens im letzten Jahr. Der Anteil der unzufriedenen Unternehmen bleibt mit 10% weiterhin erfreulich niedrig. Auch die Umsatzerwartungen für das Jahr 2017 sind positiv: 53% der Unternehmen erwarten steigende, 38% stabile Umsätze. 2016 haben 39% Personal aufgestockt, nur 11% haben Personal abgebaut, für die kommenden 12 Monate planen 57% der Unternehmen, Personal einzustellen.

Insgesamt beurteilen die Unternehmen aus den Branchen Games/Software sowie IKT sowohl den Geschäftsverlauf als auch die kommenden Umsätze und die Personalsituation positiver als alle anderen: 78% (IKT) bzw. 79% (Games/Software) sind zufrieden mit dem Geschäftsverlauf, 86% der IKT-Unternehmen erwarten steigende Umsätze, 84% von ihnen planen, in den kommenden 12 Monaten Personal einzustellen (Games: 67%). Dies verwundert kaum, sind diese Branchen doch selbst Treiber des digitalen Wandels. Die Ergebnisse zeigen, wie sehr Digitalisierung und Innovation miteinander einhergehen und sich gegenseitig bedingen.

Schwerpunkt 2017: Innovation in Berlin-Brandenburg
Die Digitalisierung aller Wirtschaftszweige stellt auch die Unternehmen der Berliner und Brandenburger Medienwirtschaft vor enorme Herausforderungen: Die Mediennutzung wandelt sich, disruptive Geschäftsmodelle stellen traditionelle Wertschöpfungsketten in Frage, neue Wettbewerber treten auf den Markt. Zugleich stellt dies aber auch Chancen für die Medienunternehmen dar.

Während 65% der befragten Unternehmen sich derzeit als innovativ einschätzen, geben insgesamt 85% an, Innovation sei sehr wichtig (48%) oder wichtig (37%) für den Erfolg ihres Unternehmens. Unter den Games- und Softwareunternehmen sind es sogar 90%, gefolgt von IKT mit 87% und Musik mit 86%. Dagegen geben 77% der Filmfirmen und 76% der Fernseh-/Radiounternehmen an, dass Innovation wichtig ist.

Als wichtigste externe Innovationstreiber geben 71% der befragten Unternehmen Veränderungen am Markt und 63% technologische Veränderungen an, gefolgt von Kundenanforderungen (57%) und Wettbewerb (49%). Zu den internen Faktoren sind neben einer guten Mischung der Mitarbeiter für 52% der Unternehmen branchenübergreifende Kooperationen entscheidend, damit Innovation entstehen kann. Zu den größten Hindernissen für Innovationsaktivitäten zählen in erster Linie der Mangel an finanziellen (56%) und personellen (48%) Ressourcen.

Die Innovationsintensität (Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz) der Medien- und Kreativbranchen liegt hoch: 24% der Befragten investieren 10% und mehr ihrer Umsätze in Innovation, je 17% investieren 3-5% bzw. 5-10%. Unter den Befragten finanzieren 82% Innovationen über den laufenden Geschäftsbetrieb (Cashflow), deutlich weniger Unternehmen (29%) greifen auf öffentliche Förderprogramme zurück. Auch Gesellschafterdarlehen (13%) sowie Wettbewerbe und Preise (11%) werden für die Finanzierung von Innovation herangezogen – letztere besonders in den Branchen Film (26%) und Games/Software (15%). Zweckgebundene Bankkredite (5%) und öffentliche Darlehen (3%) kommen kaum als Finanzierungsquelle für Innovation zum Einsatz.

Medienstandort Berlin-Brandenburg
Die Kultur- und Kreativwirtschaft und darunter auch die Medien- und IKT-Wirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Berlin-Brandenburg. Der Umsatz des Clusters Medien, IKT und Kreativwirtschaft in der Region betrug im Jahr 2014 37,2 Mrd. Euro, das ist ein Umsatzanteil an der Gesamtwirtschaft der Region von 13,5%. (Quelle: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Berlin.)

In den audiovisuellen Branchen (Film, Fernsehen, Web/Mobile, Games) hat sich seit 2004 die Zahl der Unternehmen in Berlin-Brandenburg beinahe verdoppelt (über 11.000 Unternehmen), der Umsatz ist von 3,4 Milliarden auf 6,6 Milliarden Euro gewachsen, was einer Steigerung von 94% entspricht. (Quelle: Medienindex Berlin-Brandenburg 2016).

Über das medien.barometer berlinbrandenburg
Das medien.barometer, der jährliche Geschäftsklima-Index für die Medienwirtschaft der Hauptstadtregion, beleuchtet die Stimmung und wirtschaftliche Entwicklung einzelner Teilbranchen dieses Clusters: Seit 2004 nimmt die Befragung die aktuellen Einschätzungen sowie die Zukunftsaussichten der Berliner und Brandenburger Unternehmen aus Medien- und IKT-Wirtschaft in den Blick. Das medien.barometer trägt damit dazu bei, die Entwicklungen in der Medien- und IKT-Wirtschaft zu verfolgen und in der Zeitreihe abzubilden. Es erlaubt, Dynamik und Trends der Medienwirtschaft aufzuspüren, die Standortarbeit zu evaluieren und Standortaktivitäten abzuleiten. Seit 2011 wird die Erhebung repräsentativ durchgeführt. In jeder Ausgabe des medien.barometers wird ein Schwerpunktthema behandelt. Nach gezielten Fragen zu den Herausforderungen der Digitalisierung im vergangenen Jahr liegt der Fokus für 2017 auf den Innovationsaktivitäten der Unternehmen. In diesem Jahr haben sich 318 Unternehmen aus Berlin und Brandenburg beteiligt. Dabei wurden die Fragebögen überwiegend von Entscheidern ausgefüllt: 79% der Befragten gaben an, Mitglieder der Geschäftsleitung oder Selbstständiger oder Freiberufler zu sein.

Die Partner der Studie
Das medien.barometer berlinbrandenburg ist eine gemeinsame Initiative vom Medienboard Berlin-Brandenburg und media:net berlinbrandenburg. Technologischer Befragungspartner ist TrendResearch. Die Investitionsbank Berlin (IBB) und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) unterstützen als Partner die aktuelle Befragung mit dem Fokus „Innovation in Berlin-Brandenburg“.