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29.08.2018

Neue Studie zu "Künstlicher Intelligenz in Berlin und Brandenburg" vorgestellt

Künstliche Intelligenz (KI) treibt die technologische Entwicklung zurzeit branchenübergreifend voran. Die Region Berlin-Brandenburg profitiert von der Entwicklung: Fast die Hälfte der deutschen KI-Gründungen erfolgt hier. Mittlerweile entwickeln mehr als 200 Unternehmen Innovationen mit Künstlicher Intelligenz und erwirtschaften rund 8 Prozent des Umsatzes im Bereich der Daten- & Softwaredienstleister.

Wie dynamisch die Entwicklung verläuft, zeigt die Tatsache, dass fast die Hälfte der Unternehmen 2014 und später gegründet wurden. Vier von fünf KI-Unternehmen arbeiten für andere Unternehmen, nur 20 Prozent wenden sich an Endkunden.

Sprach- und bildverstehende, autonome und kollaborative Systeme: Künstliche Intelligenz – einst ein Nischenfach der Informatik – hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Wo die Umgebung über Sensoren oder Zähler in Form von digitalen Daten erfasst werden kann, können die Daten immer schneller verarbeitet werden. Mittlerweile „lernen“ Datenverarbeitungssysteme, treffen auf der Grundlage der Daten Entscheidungen, kommunizieren mit anderen Maschinen und imitieren in einem allerdings noch stark eingegrenzten Bereich menschliche Intelligenz.

Gesundheitsapps, die Vitaldaten ihrer NutzerInnen auswerten und auf dieser Datenbasis Gesundheitstipps weitergeben, oder Internetsuchmaschinen, die die Bilder im Netz immer besser „lesen“ können, sind zwei Beispiele für Künstliche Intelligenz, die beim Endverbraucher ankommen. Künstliche Intelligenz verändert zurzeit aber vor allem Geschäftsprozesse und Produktion.

Hier liegt auch der Schwerpunkt der Berliner KI-Unternehmen. 36 Prozent arbeiten im Bereich Business Intelligence/Prozessmanagement und erwirtschaften 43 Prozent des Umsatzes der KI-Unternehmen. Es folgen die Bereiche Health, in dem 10 Prozent der Unternehmen tätig sind und 15 Prozent des Umsatzes erwirtschaften, sowie der Mobilitätsbereich mit 9 Prozent der Unternehmen und einem Umsatzanteil von 14 Prozent.

Die öffentliche Aufmerksamkeit ziehen vor allem die KI-Unternehmen auf sich, die in den letzten Jahren sehr erfolgreich Venture Capital (VC) eingeworben und dafür gesorgt haben, dass in Berlin ein auch im Vergleich mit Frankreich und Großbritannien deutlich über dem Durchschnitt liegendes VC-Engagement zu verzeichnen ist (6,4 Millionen Euro pro Unternehmen in Berlin-Brandenburg gegenüber 6,1 Millionen in Deutschland und 5,1 Millionen in Großbritannien). Dabei entfielen 70 Prozent des VC auf fünf Unternehmen, von denen drei im Bereich Business Intelligence und Prozessmanagement tätig sind und zwei dem Gesundheitsbereich zugehören.

Die Prognosen zur weiteren Umsatzentwicklung gehen zwar auseinander, je nachdem wie die ExpertInnen die allgemeine Entwicklung einschätzen. Alle stimmen aber darin überein, dass der Umsatz in diesem Bereich stetig anwachsen wird.

Im Wirtschaftsleben der Hauptstadtregion angekommen

Berlin-Brandenburg erfüllt alle Voraussetzungen, um die Chancen zu nutzen: Die Region hat im KI-Bereich exzellente universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die die technologische Weiterentwicklung wesentlich beeinflussen und auch für qualifizierte HochschulabsolventInnen sorgen, die den Technologietransfer über Köpfe sicherstellen. Überdies sind sie wesentlich daran beteiligt, dass öffentliche Fördergelder in den Bereich fließen. 2017 waren es fast 20 Millionen Euro.

Die Studie, die Dr. Daniel Feser verfasst hat, wurde von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Auftrag gegeben. Die Wirtschaftsförderung Brandenburg stellte Zahlen zur Situation in Brandenburg zur Verfügung.